Unaufgeregt und unaufdringlich fügt sich die grüne Metallkonstruktion in die Umgebung ein. Dieses Geländer, so unscheinbar es auch sein mag, hält eine Überraschung parat: Es führt ins Nichts. Ein Trick, der mit unserer Wahrnehmung spielt. Abseits dieser Finte erhält das Werk derzeit aber eine gänzlich neue Qualität. Während das öffentliche Leben zum Erliegen kommt, um > mehr
Auf den ersten Blick könnte es ein echter Baumstamm sein, der da hoch in den Himmel ragt. Tatsächlich ist die Plastik aber der Bronzeabguss eines zehn Meter hohen Eichenstammes aus dem Bessunger Forst. Hölzerne Artgenossen aus dem nahegelegenen Herrngarten sind auf diesen Verwandten vielleicht neidisch, wenn sie Wind bekommen von all den Bränden, die > mehr
Sie sind über die ganze Stadt verteilt: große, graue Kaugummibatzen. Nein, wir sprechen nicht von jenen nervigen, klebrigen Überresten auf Asphalt, sondern von den aus Kunststoff gefertigten Großskulpturen, die vom Künstler Helmut Brinckmann als Würdigung seines Lebensraumes gedacht waren. Die meisten Betrachter sehen das anders, die Folge sind Hohn und Desinteresse: Und so haben Wind > mehr
Vielleicht liegt es an meiner Biografie, in der ich Gewalterfahrung fast ausschließlich medialisiert und dementsprechend äußerst dramatisiert und ästhetisiert in Filmen und Videospielen gemacht habe. Aber ich kann in diesem leicht dümmlich dreinschauenden Marktplatz-Nudisten keine Bedrohung erkennen. Und vielleicht ist genau das die Qualität dieses Werks und das Problem in meiner Wahrnehmung. Denn im Gegensatz > mehr
Um ein mögliches Missverständnis gleich zu Beginn aus dem Weg zu räumen: Nein, es handelt sich nicht um die Darstellung einer Person, die gerade beherzt in eine Stulle beißt. Was dieser mysteriöse Einzelgänger zwischen seinen Fingern hält, ist eine Mundharmonika. Denn die Bronzefigur von Detlef Kraft ist die Metall gewordene Abbildung der amerikanischen Blueslegende Marion > mehr
Es könnte die Blaupause für eine futuristische Stadt sein, die sich da vor den Augen in den Himmel erstreckt. Oder die Beton gewordene Realvariante des Spieleklassikers „Tetris“. Vielleicht aber auch der Versuch, das architektonische Äquivalent zum anatomischen Gebiss zu formulieren. Ich glaube, diese Zähne mahlen schwer. Aber: Sie mahlen. Die Oberfläche gerät bei längerer Betrachtung > mehr
Zwischen den sonst so schönen Jünglingen fällt dieser kahle und etwas grimmige Kopf an der Fassade des Hessischen Landesmuseums doch sehr auf. Es ist das in Stein geschlagene Porträt des ehemaligen Hausmeisters Philipp Handschuh. In der Brandnacht vom 11. auf den 12. September 1944 gelang es ihm, einen großen Teil jener Werke zu sichern, die > mehr
Nicht nur einer, sondern gleich drei komische Vögel flattern da auf einen zu. Wobei flattern der falsche Begriff ist, denn viel bewegt sich in dieser in Bronze gegossenen Vogelgruppe aus dem Jahr 1964 nicht. Erkennen kann man trotzdem, um was es dem Künstler Gotthelf Schlotter wohl ging: den Tieren einen Platz im Stadtraum zu geben, > mehr
Kann Kunst Leben bewegen? Kann sie etwas umwälzen in Menschen, Gesellschaft, Politik? Ja, sie kann! Davon waren 21 junge Künstler überzeugt, die sich vor 100 Jahren, am 08. Juni 1919, zur wort- und bildkräftigen Vereinigung der Darmstädter Sezession zusammenschlossen. „Die Sezessionisten waren ein Haufen lebenshungriger, wütender Männer, die angetreten waren, der Bourgeoisie in den Arsch > mehr
Ein Unfall im Sägewerk? Wohl kaum, eher doch ein Zwiespalt, der 1983 in diesen Rhönradfahrer von Helmut Lander gefahren ist. Als hätten sich Zögerlichkeit und Übermut nun endgültig getrennt. Was bleibt ist ein Loch, eine Verschiebung, die es auszuhalten gilt. Das Betrachten dieser bizarren Situation macht mich unruhig. Trotz einer letzten, kleinen Schnittmenge der beiden > mehr
















